Historie: 1950 bis 1994

Normalisierung

1950 wurde das 25-jährige Bestehen der DJK Roland Bürrig gefeiert. Im gleichen Jahr bestritt die Fußballjugend auf dem Diözesansportfest in Wuppertal das Endspiel und nahm am Bundessportfest in Koblenz teil. Auf der Generalversammlung vom 8. März 1951 wurde Josef Ramborn zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Die Tischtennisabteilung musste wegen Mangels an Trainingsräumen ihre Arbeit vorübergehend einstellen. Pfarrer Dr. Louis versprach in dem Fall für Abhilfe zu sorgen. Die Turnhalle an der Schule stand dem Verein nur Montags und Dienstags zur Verfügung. Die Schachabteilung löste sich auf.

Die Tischtennisabteilung zog mit ihrem Material von einem Ort zum anderen. So spielte man in den Räumen des Pfarramtes, im Saal der Gaststätte Neukirchen und im Bürriger Hof – dort sogar auch auf der Kegelbahn-, oder in der Baracke der Firma Werner in der Bürriger Papiermühle. Auf der Suche nach neuen Spielmöglichkeiten musste sich die Gruppe um Abteilungsleiter Blum immer wieder etwas neues Einfallen lassen. Für einige Jahre wechselte die Tischtennisabteilung sogar zum damals existierenden TTC Küppersteg.

Aber mit derartigen Problemen mussten sich damals nicht nur die Bürriger Tischtennisspieler herumschlagen: In vielen Vereinen wurde in Gaststätten „mit der Theke im Rücken“ gespielt.

Der fünfjährige Streit mit Jahn Küppersteg um die Verwendung der Jahreszahl 1887 im Vereinsnamen wurde 1952 beigelegt.

Karl Wisskirchen begann mit dem Aufbau einer Leichtathletikabteilung. Stefan Kröll wurde Kassenwart.

Neben der Jahreshauptversammlung fanden Monatsversammlungen statt, an denen sich außer dem Vorstand zahlreiche Mitglieder beteiligten. Auf diesen Versammlungen wurde nicht nur die Gestaltung des Vereinslebens besprochen. Es wurden Referenten verpflichtet, die Vorträge zu interessanten Themen hielten.

Von 1954 bis Anfang 1956 übernahm Heinrich Boden den Vorsitz des Vereins; Heinrich Zons war während der Zeit Geschäftsführer, wurde dann aber – am 22.Januar 1956 – wieder erster Vorsitzender. Das blieb er bis 1960 und arbeitete auch danach im Vorstand mit. Heinrich Zons stand in unserem Verein in schwerer Zeit über zwei Jahrzehnte lang an leitender Stelle zur Verfügung. Die Jahre 1956 bis 1960 erforderten einen erfahrenen Vorsitzenden: der Hinweis des damaligen geistlichen Beirats auf antiquierte, unzeitgemäße Statuten auf der Mitgliederversammlung vom 22. Januar 1956 führte zum Eklat: 32 aktive Mitglieder verließen den Verein. Damit gab es beim „Roland“ keine Fußballseniorenmannschaft mehr.

Wahrscheinlich gehörte ein solcher Schock zum Prozess der Normalisierung, denn die TuS 1887 Roland Bürrig entwickelte sich seitdem zu einem toleranten, überkonfessionellen Sportverein.

Andererseits war aber 1956 das Jahr, in dem die Tischtennisabteilung ihren Aufschwung nahm. Sie trat dem Westdeutschen Tischtennisverband bei und konnte von nun an an der offiziellen Meisterschaftsrunde teilnehmen.

Allerdings wurde es 1959, bis der Verein dank Peter Riesing und Stefan Kröll wieder über einsatzfähige Fußballseniorenmannschaften verfügen konnte. Am 14. Januar 1960 wurde Stefan Kröll 1.Vorsitzender, und Heinrich Zons übernahm das Amt des Geschäftsführers. Zu diesem Zeitpunkt verfügte der Verein im Fußball – Obmann Richard Artz – über sechs Jugend- und zwei Seniorenmannschaften. Die Senioren nahmen in der 3. Kreisklasse wieder einen Spitzenplatz ein. Hinzu kamen zwei Tischtennismannschaften. Inzwischen war endlich eine Damenabteilung gegründet worden. Ebenfalls 1960 konstituierten sich die Alten Herren.

Im Jahre 1961 gelang der 1. Seniorenmannschaft mit Trainer Horst Sauer und Obmann Rolf Sauer bereits der Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Sie schloss die Saison mit einem Torverhältnis von 125:39 und sorgte stets für klare Verhältnisse, denn entweder gewann sie (24 mal), oder sie verlor (sechs mal). Unentschieden gab’s nicht. Torschützenkönig wurde mit 39 Toren der erste Geschäftsführer Reiner Glockner.

Am 24. Juni 1962 fand in der Bundeshalle in Bürrig der Festakt anlässlich des 75jährigen Bestehens des Vereins statt, an dem auch unser langjähriges Ehrenmitglied, Oberbürgermeister Heinrich Lützenkirchen, teilnahm.

Auf der Jahreshauptversammlung vom 6. September 1963 wurde Edmund Schmitz zum ersten und Heinrich Zons zum zweiten Vorsitzenden gewählt.

1964 wurde die erste, vier Jahre später die zweite Damengymnastikgruppe gegründet.

Ebenfalls im Jahre 1964 erreichte die 1.Herrenmannschaft der Tischtennisabteilung den Aufstieg in die erste Kreisklasse.

1965 übernahm Stefan Kröll das Amt des zweiten Vorsitzenden. Später hatte bis 1970 Jakob Schultes dieses Amt inne.

Die Tischtennisspieler gründeten 1967 eine Jugendabteilung.

Man wollte einerseits den Jugendlichen mit dem Tischtennissport eine weitere Möglichkeit der Freizeitgestaltung innerhalb unseres Vereines bieten, andererseits sollte durch gezielte Nachwuchsförderung der Leistungstand der Herrenmannschaften verbessert und auf laneg Sicht gefestigt werden. Initiatoren und Jugendleiter waren Paul-Josef Brüls und Heinz Boden.

Im Jahre 1967 stieg die 1. Fußballseniorenmannschaft in die 3. Kreisklasse ab. Der Jugendleiter Th. Neukirchen konnte auf der Jahreshauptversammlung vom 26. Januar 1968 vermelden, dass die Fußballmannschaften der D- und C-Jugend jeweils ungeschlagene Meister in der Gruppe Opladen / Leverkusen wurden; die C-Jugend schaffte es sogar mit einem Torverhältnis von 180:1.

Die Mitgliederzahl betrug in diesem Jahr 220.

Verein ohne Sportplatz

Der Sportplatz an der verlängerten Von Ketteler Straße befand sich inzwischen in einem Zustand, der einen verletzungsfreien Spielbetrieb kaum noch zuließ, er wurde im Oktober 1968 gesperrt. Unsere Senioren spielten auf dem VFL-Platz in Küppersteg, A- und B-Junioren in Rheindorf und die übrigen Jugendgruppen auf dem Platz am Stadtpark.

Ein ordnungsgemäßer Spielbetrieb war nicht mehr möglich. Die Fußballmannschaften unseres Vereins spielten praktisch unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit.

Im Leverkusener Anzeiger heißt es anlässlich der Jahreshauptversammlung vom 25. Januar 1969: „Bis der neue Sportplatz verwirklicht ist, bereiten sich die Fußballer auf einer Wiese ohne Umkleidemöglichkeiten, ohne Beleuchtung auf ihren Aufstieg in die zweite Kreisklasse vor.“

Ende 1968 hatte der Verein 275 Mitglieder. Im gleichen Jahr waren eine Kinderturngruppe und eine zweite Damengymnastikgruppe eingerichtet worden.

Neuer Platz

Mit der Fertigstellung des Sportplatzes im Jahre 1972 an der Heinrich-Brüning-Straße konnten die Jugendlichen nunmehr wieder in Bürrig spielen. Wegen der fehlenden Flutlichtanlage mussten die Senioren jedoch weiterhin unseren Platz in Küppersteg benutzen. 

Auf der Jahreshauptversammlung im Juni 1972 konnte berichtet werden, dass die erste Tischtennismannschaft in die erste Bezirksklasse und die 1. Fußballmannschaft in die erste Kreisklasse aufgestiegen sei. 

1975 trat Edmund Schmitz als Vorsitzender zurück, und auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde am 10. Oktober 1975 Erich Leyendecker zu seinem Nachfolger gewählt. Da dieser Vorsitzende plötzlich aus Bürrig auszog, leitete Hans Ehemann als zweiter Vorsitzende den Verein bis zur Jahreshauptversammlung am 18. März 1977, die ihn dann zum ersten Vorsitzenden wählte. Zweiter Vorsitzender wurde Hans Bender, Geschäftsführer Heinz Boden. Kurze Zeit später übernahm Horst Sauer, wie schon von 1970 bis 1977, wieder das Amt des zweiten Vorsitzenden. 

In Anwesenheit des Oberbürgermeisters Heinrich Lützenkirchen wurde am 20. Oktober 1978 das Jugendheim der Fußballabteilung eingeweiht, das in Eigenarbeit aus Fertigteilen zusammengestellt worden war.

Konsolidierung

Die Eröffnung der neuen Halle an der Heinrich-Brüning-Straße im Jahre 1981 führte zur Gründung einer Volleyball- und einer Badmintonabteilung, ein Jahr später wurde eine Herrengymnastikgruppe eingerichtet. Die Trainingsmöglichkeiten der bereits bestehenden Abteilungen verbesserten sich beträchtlich. Diese Tatsache sowie die neuen Sportangebote wurde von den Bürrigern offenbar sehnsüchtig erwartet, denn die Mitgliederzahl stieg sprunghaft um mehrere Hundert auf über 850 im Jahre 1984 an. 

1982 übernahm Joachim Zons das Amt des ersten Vorsitzenden. Unter seiner Leitung wurde die Vereinsführung und der Vereinsaufbau der rapide gewachsenen Mitgliederzahl entsprechend neu organisiert.

DJK TuS 1887 Roland Bürrig wird zum Eingetragenen Verein. Hans Ehemann, Horst Sauer und Franz Haas wurden wegen ihrer Verdienste für den Verein durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. 

Im traditionellen Vereinslokal Neukirchen konnte der Verein ab 1983 in der ehemaligen Wohnung von „Tante Berta“ Neukirchen eine Geschäftsstelle einrichten. Dies wurde ermöglicht durch Sonja Canisius und Fritz Meuser, die das Lokal bewirtschafteten.

Flutlichtanlage

Mit Unterstützung von Heinrich Lützenkirchen und Bruno Wiefel (MdB, Bezirksvorsteher) gelang es, die Stadt zu veranlassen, den Bau der Flutlichtanlage zu finanzieren.

Die Erdarbeiten wurden in Eigenleistung ausgeführt. Die Einweihungsfeier fand am 16. März 1984 in der Gaststätte Neukirchen statt. Bei dieser Gelegenheit wurde Heinrich Lützenkirchen die Ehrenmitgliedschaft verliehen. 

Am 19. Juni 1984 wurde Dieter Braukmann zum Vorsitzenden gewählt, Geschäftsführer wurden Michael Sauer und Helmut Hahn, das Amt des Schatzmeisters übernahm Willi Engemann. Im September 185 übertrug der Vorstand Manfred George das Amt des Schriftführers und Pressewarts.Er wurde beauftragt, im Hinblick auf das hundertjährige Bestehen eine Vereinschronik zu erstellen. Nachdem Rolf Bosbach ausgeschieden war, betraute die Jahreshauptversammlung vom 14. Mai 1986 Christa Goldkamp mit den Aufgaben der zweiten Vorsitzenden 

Unsere erste Fußballseniorenmannschaft stieg 1986 unter Trainer Dieter Klesper in die Kreisliga B auf.
Aus:       1887 – 1987 Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der DJK Turn- und Spielvereinigung 1887 Roland Bürrig e.V. Leverkusen, von Manfred George, 1987

Das Vereinsheim

Auf der Vorstandsitzung am 25. Juni 1992 entscheidet der Vorstand den angesprochenen Montagebau (sechs Container) von der Sparkasse Leverkusen in Form einer Spendenbescheinigung zu übernehmen.

Am 19. August 1992 werden die Modalitäten im Sport- und Bäderamt besprochen. Uns wurden dann noch drei weitere Container, die auf dem Gelände der Fa. Marmor Rabe in Küppersteg stehen, angeboten, die ebenfalls als eine Spende übernommen wurden.

Die Aufstellung der Container konnte allerdings nich von heute auf morgen durchgeführt werden. Es gab einige Probleme die bis zum Aufstellen der Container beseitigt werden mussten.

Zunächst einmal wurde die nötige Baugenehmigung die ca. 6 Monate auf sich warten ließ.

Zudem  musste die Stelle an der heute das Vereinsheim steht zu erst einmal geräumt werden, da sich auf ihr noch der Erdaushub der Reihenhäuser der WGL befand sowie zahlreiche Büsche und Pflanzen.

Ende Juli 1993 wurden dann die Container in Alkenrath abgebaut und zunächst auf den Parkplatz abgestellt.

Am 27. / 28. September wurden dann die Punktfundamente gesetzt und die Container von der Fa. Schwientek auf ihren heutigen Platz verfrachtet.

Einen Tag später begann man die 3 Container der Fa. Rabe ebenfalls nach Bürrig zu transportieren. Nun galt es die Container Aufzuräumen und Wände und Decken zu montieren.

Die integrierte Geschäftsstelle konnte dank der Tatkräftigen Unterstützung einiger Mitglieder und Firmen in das Containergebäude im Februar 1994 einziehen.

Aus: TuS 1887 Roland Bürrig e.V. – Chronik Vereinsheim, von Peter Goldkamp, 1994; Überarbeitet von Michael Lakotta, Januar 2003

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