Historie: 1920 bis 1950

DJK Roland Bürrig

Im Sommer 1924 traten Heinrich Worringer, Peter John, Heinrich Serafiniak aus dem „wilden Turnverein“ aus. Johann Worringer berichtet aus dieser Zeit: „Ich musste damals als Vierzehnjähriger mit dem Heuwagen zur Villa Schwarz nach Opladen fahren, um ein freistehendes Reck abzuholen. Im Kiesloch, hinter dem Posten 31 (Bahnübergang Mühlenweg), vierzig bis achtzig Meter hinter dem Haus des Bahnwärters Bormacher, wurde eine Fläche von etwa viermal fünf Meter abgetragen und planiert. Dort wurde das Reck einbetoniert. Ein- bis zweimal in der Woche wurden hier Übungen am Reck durchgeführt und Leichtathletik betrieben, soweit die Sportgeräte vorhanden waren.

Um diese Zeit überlegten Heinrich Worringer und Fritz Güsgen zusammen mit Kaplan Bertram, einen eigenen Sportverein innerhalb des Katholischen Jünglings- und Jungmänner-Vereins zu gründen. 

Am 12. September 1925 wurde die DJK Roland Bürrig gegründet.

Als Hauptinitiatoren müssen Kaplan Bertram, Fritz Güsgen, Heinrich Worringer, Peter John und Heinrich Serafiniak bezeichnet werden. „Roland“ war gedacht als Sportabteilung des Katholischen Jungmänner-Vereins.

Warum erfolgte die Trennung vom TVB 1887, mit dem man sich bisher so gut verstand?

Mit Sicherheit hat eine Rolle gespielt, dass sich die katholische Jugend innerhalb der DJK seit deren Gründung 1920 im sportlichen Bereich überregional organisieren konnte.

Im lokalen Bereich wurde die Notwendigkeit der Trennung vom TVB damit begründet, dass der Einfluss des Jünglings-Vereins auf die Führung des Turnvereins nach dem Ersten Weltkrieg immer mehr verloren ging.

Der TVB konzentrierte sich angeblich nur noch auf den Sport. Von der organisierten katholischen Jugend wurde jedoch eine rein sportliche Förderung der Jugend, ohne Pflege des Geistigen und Religiösen, abgelehnt.

„Sein (des TVB) ganzes Sinnen und Trachten galt einer starken 1. Fußballmannschaft.“

Diese war zeitweise „so überfremdet, dass man wirklich nicht mehr von einem Bürriger Verein sprechen konnte.“

Die anderen Sportarten wurden vernachlässigt, und der Jugend schenkte man viel zu wenig Aufmerksamkeit. „Die Versammlungen waren lediglich mit der Aufstellung der Mannschaften, dem Einkassieren der Beiträge etc. ausgefüllt, so dass diese für die Jüngeren überhaupt keinen praktischen Wert hatten.“

Aufschwung

Die DJK Roland Bürrig erreichte in sportlicher Hinsicht binnen kürzester Zeit ein hohes Niveau. Ein derartiger Aufschwung muss für einen neugegründeten Verein als außerordentlich bezeichnet werden. Besonders deutlich wurde das in der Leichtathletik, wo es in dem Jahrzehnt von der Gründung bis zum Verbot auf DJK-Ebene kaum eine Veranstaltung innerhalb des Bezirks gab, auf der nicht „Roländer“ auf den ersten Plätzen zu finden waren oder sogar Sieger wurden. Im Laufe der Zeit entstanden neben der Leichtathletik und der Schlagballmannschaft die Abteilungen Schach, Paddeln, Theater, Gesang und Musik. Eine Fußballmannschaft wurde seit 1927 aufgestellt und spielte ebenfalls mit beachtlichem Erfolg auf DJK-Ebene mit. 

Die Erfolge im Sport lassen auf harte Trainingsarbeit schließen. Bei nassem Wetter fanden die Übungsabende anfangs bei Güsgens (Stephanusstraße 36) im Keller statt. Zum Abschluss eines jeden Trainingstages fand ein Lauf rund um Bürrig statt. Später wurde am Mühlenweg, links vor der heutigen Autobahn, ein kleiner Sportplatz gefunden.

Dort – auf dem ehemaligen „Dynamitgelände“ – spielte man Schlagball und betrieb Leichtathletik.

Regelmäßig fanden Monatsversammlungen statt. Und es wäre kein echter Bürriger Verein gewesen, hätte man sich nicht auch aufs feiern verstanden: Neben Familienabenden, gemeinsamen Ausflügen und Theateraufführungen wurden alljährlich u.a. Maifeiern (Ausrufen der Maipaare) sowie Oktoberfeste und Fastnachtsabende auf Schloss Reuschenberg veranstaltet.

Turn- und Spielvereinigung 1887 Roland Bürrig

Am 18 Juli 1930 kamen im „Bodenschen Saale“ in Bürrig die Mitglieder der DJK Roland und des Turnvereins Bürrig 1887 zusammen, um über eine engere Zusammenarbeit beider Sportgruppen für die Zukunft zu beraten. Zahlreiche Sportler, Freunde und Gönner waren der Einladung von Pfarrer Dr. Louis gefolgt, „so dass die Elite der Bürriger Männerwelt, vom jüngsten Sturmschärler bis zum ehrwürdigen Greis eine Versammlung von seltener Geschlossenheit und kräftigen Tatwillen repräsentierte.“

In einer gemeinsamen Vorbesprechung der Vorstände beider Vereine war die Frage der Vereinigung zuvor bereits erörtert worden. Auch Pastor Louis trat „in längeren Vorträgen über Art und Ziel gesunder Körperkultur...  mit warmen Worten für eine Vereinigung der sporttreibenden Bürriger“ ein. 

Auch „alte Kämpen, die in den Reihen des Turnvereins Bürrig 1887 auf eine ehrenvolle Vergangenheit zurückblicken konnten“, setzten sich lebhaft für ein Zusammengehen ein. Nach angeregter Aussprache wurde dann folgende Entschließung einstimmig angenommen: 

DER TURNVEREIN BÜRRIG 1887 TRITT AUS DEM WSV AUS UND TRITT GESCHLOSSEN DER DEUTSCHEN JUGENDKRAFT BEI: DIE MITGLIEDER DES TURNVEREINS BÜRRIG 1887 UND DER ABTEILUNG ROLAND VEREINIGEN SICH UNTER DEM NAMEN „TURN- UND SPIELVEREINIGUNG BÜRRIG 1887 (FRÜHER ROLAND)“. 

In dem zeitgenössischen Bericht über diesen Vorgang heißt es weiter, dass der auf der Einigungsversammlung gewählte Name „Turn- und Spielvereinigung Bürrig 1887 (früher Roland)“ ein Verlegenheitsprodukt gewesen sei, wodurch der Name „Roland“ praktisch vollkommen ausgeschaltet worden sei. Deutlich habe man das sehen können auf dem Kreisjugendfest und in Richrath bei der Straßenstaffel. Der Fehler wurde jedenfalls flugs korrigiert. Man berief – vermutlich noch im selben Monat – eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein, auf der dann der Vereinsname geändert wurde in „Turn- und Spielvereinigung 1887 Roland Bürrig“. Dieser Name galt ab August 1930. 

Der „Roland“ war seit seiner Gründung sehr stark weltanschaulich katholisch geprägt, was man vom Turn-Verein Bürrig 1887 nur mit Einschränkung sagen kann. Der TVB hatte eigentlich von an Anfang an auch nicht katholische Mitglieder. Tatsache ist, dass trotz des einstimmigen Beschlusses nicht alle der „1887er“ mit dem Zusammenschluss einverstanden waren. Diese hatten vermutlich an der Einigungsversammlung gar nicht erst teilgenommen. Es kann aber auch sein, dass einige Mitglieder „aus dieser Vereinigung nach Differenzen, die sich bei der Mannschaftsaufstellung und Sportkleidungsfragen (und auch im Grundsätzlich-Ideologischem) ergaben, wieder austraten und einen eigenen Verein, wieder unter dem Namen „Turn-Verein Bürrig 1887“ gründeten.

So schreibt Josef Ramborn nach dem Krieg im Jahre 1947. Unterzieht man die wenigen vorhandenen Unterlagen und den Schriftverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg einer zusammenfassenden Wertung, so muss man annehmen, dass es sich wie zu letzt abgespielt hat. Bis zum Verbot der DJK TuS 1887 Roland Bürrig durch die Nazis im Jahre 1934 gab es also in Bürrig zwei Vereine mit der Jahreszahl „1887“ im Titel. Der Turn-Verein Bürrig 1887 bestand zunächst weiter und feierte sein fünfzigjähriges Bestehen im Jahre 1937.

In diesem Jahre gehörten dem Vorstand des TVB 1887 – der (wie im Dritten Reich üblich) nach dem Führerprinzip organisiert war – an: Peter Neukirchen (Vereinsführer), Josef Henseler (Geschäftsführer), Peter Steinacker (Kassierer), Fritz Hunschede (Schriftführer) sowie Heinz Stöcker, Hermann Mintrop, Heini Fink, Hermann Kreuer, Franz Haas, Karl Burger, Karl Vosen, Peter Pitzen. 

Aber auch dieser Verein wurde bald ein Opfer der politischen Verhältnisse: Auf Druck des Ortsgruppenleiters der NSDAP erfolgte 1939 der Zusammenschluss des TVB 1887 mit Jahn Küppersteg, der im Jahre 1914 aus dem TVB hervorgegangen war und der von 1939 an bis etwa 1947 den Namen: „Turn- und Spielvereinigung  Jahn 1887 e.V. Küppersteg“ führte.

Aber auch hier gab’s nach dem Krieg Meinungsverschiedenheiten darüber, ob der „Wunsch“ der NSDAP-Ortsgruppe als „Druck“ bezeichnet werden konnte, oder ob diese Vereinigung „ohne jeden Zwang in Einmütigkeit und Harmonie erfolgte“.

Wie es tatsächlich war, das werden nur diejenigen beurteilen können, die diese Zeit damals politisch bewusst mit erlebten. 

Zurück zum Jahr 1930! Zum ersten Vorsitzenden der „Turn- und Spielvereinigung 1887 Roland Bürrig“ wurde Pfarrer Dr. Louis gewählt. Ferner gehörten dem Vorstand an: H.Jägers, Th. Büchel, W. Zons, J. Ramborn, Th. Esser, J. Schumacher, J. Wasserfuhr, H.Becker, K. Wasserfuhr, K. Vosen, P. Bielenberg, H. Worringer, J. Radojewski, G. Franke, P.Steimels, F. Maibach, K. Zons, P. Paffrath, C. Lützenkirchen. 

 Es folgte eine Zeit weiteren sportlichen Aufschwungs. Die Leichtathleten zum Beispiel, die von Karl Vosen trainiert wurden, schlossen die Leichtathletiksaison 1930 ab mit sieben ersten Siegen, acht zweiten Siegen und elf dritten Siegen. 51 Sportler waren insgesamt am Start.

Die Fußballer bestritten im gleichen Jahr das Endspiel um die Niederrheinmeisterschaft und die Schlagballer das Endspiel um das Kreisbanner gegen „1882 Opladen“, das 1932 nach Bürrig geholt wurde. Im Jahre 1932 wurde der Verein Fußballgaumeister, Sieger der Staffel „Rund um Leverkusen“ und 2. DJK-Reichsmeister der 3-mal-1000-m-Staffel mit Johann Worringer, Hans Boden und Peter Beckmann. TuS 1887 Roland Bürrig war durchaus in der Lage, sich in sportlicher Hinsicht mit Großvereinen zu messen.

Terror, Mord, Verbot

Die Nationalsozialisten waren kaum an der Macht, da versuchten sie auch schon, Einfluss auf alle Organisationen außerhalb ihrer Partei zu nehmen. Bis in die entlegensten, unpolitischen Verbände trieben sie ihre „Gleichschaltung“ voran, auch in die Vereine und Verbände des „bürgerlichen“ Sports, dessen Organisation  die Partei in eigene Regie nehmen wollte.

(Der Spiegel Nr.31, 40 Jg.) Das geschah bereits im Frühjahr 1933, wenige Wochen nach der Machtübernahme. Dabei hatte Sport die Nationalsozialisten nie sonderlich interessiert, allenfalls als vormilitärische „Leibeserziehung“, als Wehrsport, den Hitlers Braunhemdenarmee, die SA, mit einigem Fanatismus praktizierte.

Der Reichsausschuss für Leibesübungen wurde aufgelöst, die konventionellen und marxistischen Sportverbände ausgeschaltet. Es entstanden 16 neue Spitzenverbände, die einem Reichsführerring unterstellt wurden. 

In einem der wenigen erhaltenen Schriftstücke – einer Vereinszeitschrift vom 1. Januar 1934 – heißt es: „Das Jahr 1933 war ein sehr bedeutungsvolles. Die nationale Erhebung Deutschlands, die sich im Anfang dieses Jahres vollzog, bedeutete auch für alle Sportorganisationen einen bedeutenden Umschwung. Anfangs hieß es, die Deutsche Jugendkraft wird aufgelöst usw. Aber schließlich kam es doch dazu, dass wir unsere Daseinsberechtigung behaupten konnten und mithin eine Auflösung nicht in Frage kam. Alle Verbände und Sportorganisationen wurden in Fachschaften aufgeteilt. Unsere 1. und 2. Mannschaft wurde der 2. Kreisklasse zugeteilt. Ein von uns langgehegter Wunsch ging dadurch in Erfüllung. Wir konnten uns jetzt it den Vereinen andere Verbände im Fußballspiel messen.“ 

Wenn man diesen Bericht oberflächlich liest, könnte man meinen, man sie damals von den neuen Verhältnissen im sportlichen Bereich zwar nicht begeistert gewesen, versuchte aber doch noch, ihnen positive Seiten abzugewinnen, Man spürt aber andererseits beim Lesen förmlich die Angst, dass es nicht gut gehen werde. So war es dann auch: In einem Rundschreiben der Reichsführung der DJK an TuS 1887 vom Mai 1934 ist von Spielverboten durch die Staatspolizei und anderen Maßnahmen gegen die DJK die Rede. Wenn sich Bischöfe bei der Regierung beschwerten, sprach diese zu diesem Zeitpunkt noch von Fehlgriffen untereer Partei- oder Verwaltungsstellen, betonte Konkordatstreue und hob manchmal sogar Spielverbote wider auf. Infolge des politischen Drucks sank auch beim „Roland“ die Zahl der Mitglieder. Das Terroristische des Regimes wurde endgültig deutlich, als am 13. Juli 1934 die DJK-Kreisführung Solingen-Remscheid ihren Mitgliedern mitteilen musste, das der Reichsverbandsführer der DJK, Probst, von der geheimen Staatspolizei ermordet worden sei.

In noch vorliegenden Dokumenten aus den ersten Jahren nach dem Krieg  wird berichtet, dass die TuS 1887 Roland Bürrig im Februar 1934 verboten und ihr Vermögen beschlagnahmt worden sei. Von der Düsseldorfer Regierung wurde der Verein sogar jegliches Training auf dem Platz und in der Turnhalle der Bürriger Schule untersagt.

Die Mitglieder zogen sich daraufhin vom Sport zurück oder suchten sich in anderen Vereinen Unterschlupf. Der Versuch, mit der Werkssportabteilung der Sportvereinigung Leverkusen eine „Athletikgemeinschaft“ zu bilden, um den eigenen Sportlern Trainingsmöglichkeiten zu bieten, scheiterte. Die Sportler des Turn-Vereins Bürrig 1887 vereinigten sich, wie berichtet, 1939 mit Jahn Küppersteg.

Zweiter Weltkrieg

Beim Verbot im Jahre 1934 hatte die TuS 1887 Roland Bürrig 85 Mitglieder, 28 fielen als Soldaten im Krieg oder waren vermisst, 12 Roländer befanden sich Ende 1947 noch in Kriegsgefangenschaft.

Die ersten Jahre nach dem Krieg beherrschte der Kampf ums nackte Überleben.

Deutlich wird das in der Chronik der Bürriger Schule, die Franz Ridderbecks, 44 Jahre Lehrer und Rektor in Bürrig und auch unserem Verein in besonderer Weise verbunden, aufgeschrieben hat:

„5.5.1945: Die Turnhalle der Schule Bürrig wird der katholisch Kirchengemeinde St. Stephanus in Bürrig überlassen. So oft die Witterung es ermöglicht, werden die Aufräumungsarbeiten in der Schule und ihrer Umgebung unter Mitwirkung von Lehrern und Schülern fortgesetzt. Im Schulgebäude wird der Schutt beseitigt. Die großen Betonklötze müssen mit schweren Hämmern zerschlagen werden.

Die großen Bombentrichter in der Umgebung der Schule werden in unermüdlicher Arbeit ausgefüllt, brauchbare Materialien geborgen.

6.10.1945: Der Fensterrahmen im Rektorenzimmer wird in der Nacht gestohlen. – An manchen Tagen muss der Unterricht ausfallen, da der Brennstoff ausgefallen ist. [...]

Im Winter 1947 / 48 bringen knapp 60 % der 386 Schüler der Bürriger Schule kein Frühstück mit, 14 % haben keine Schuhe, 8 % nur Holzsandalen, 50 % haben keinen Mantel.“

Wiedergründung

Vor dem Hintergrund der großen wirtschaftlichen Not und des individuellen Leids als Folge des Krieges ergriff Josef Ramborn die Initiative zur Wiedererrichtung der DJK TuS 1887 Roland Bürrig. Er nahm Kontakte zu früheren Mitgliedern, der Militärregierung, den Sportverbänden und Behörden auf.

Am 28. November 1946 traf man sich im alten Vereinslokal Neukirchen am Mühlenweg zu einer ersten vorbereitenden Versammlung. Man war einstimmig der Meinung, den Verein wieder aufleben zu lassen. Vorsitzender des vorbereitenden Vorstands wurde Josef Ramborn. Ferner gehörten dem Vorstand an: Willi Bielack, Fritz Richartz, Franz Haas, Peter Reinhard, Heinrich Falkenstein, Alois Steinacker.

Weitere vorbereitende Zusammenkünfte fanden statt, auf denen über die geleistete Vorarbeit berichtet und das weitere Vorgehen abgesprochen wurde. Die Abteilungen Tischtennis und Schach hatten ihren Übungsbetrieb bereits wieder aufgenommen. Für die Rasensportler plante man, im Kiesloch (heute Tierheim) einen Sportplatz einzurichten. Dieses Projekt wurde auch von der Stadtverwaltung gefördert.

Am 10. April 1947 beschloss schließlich eine Generalversammlung, die DJK TuS 1887 Roland Bürrig wieder aufleben zu lassen.

Vorsitzender wurde Karl Vosen, der gleichzeitig auch die Fußballer betreute, zweiter Vorsitzender war Josef Ramborn, Geschäftsführer Willi Bielack und Alois Steinacker, Kassierer Peter Reinhard, Fußballjugendleiter Franz Haas.

Sportplätze

Einer der ersten Sportplätze des TVB 1887 befand sich an den Straßen „Im Steinfeld / Stephanusstraße“ hinter dem Haus Im Steinfeld 16, vor dem die zweite Mannschaft im Jahre 1920 fotografiert wurde. Hier wurde bis Mitte der zwanziger Jahre gespielt. Danach – mit dem Neubau der Schule – wurde auf dem Gelände zwischen Steinfeld, heutigem Markusweg und Myliusstraße gespielt. Dort wurde später der Schulgarten errichtet.

Der Roland spielte anfangs – ab 1925 – wie erwähnt am Mühlenweg, in Höhe der heutigen Gisbert-Krämer-Straße.

Später etwa um 1930 wurde das Grundstück, auf dem sich heute der Kirmesplatz am Bendenweg befindet, benutzt.

Hier richtete der Verein in Eigenarbeit, einen verhältnismäßig aufwendigen Sportplatz mit Laufbahn, Sprunggrube , Dränage, aufgeschütteten Zuschauerrängen und Vereinsheim ein. Um die Sportanlage vor dem Zugriff der Nazis zu bewahren, ging das Grundstück im Tausch aus dem Besitz der Kirche in Privatbesitz über und wurde wieder landwirtschaftlich genutzt.

Nach dem Krieg musste zunächst der Sportplatz im Kiesloch hergerichtet werden. In mühseliger Knochenarbeit wurden Tausende von Kiesbahnloren und Lastwagen voller Erde bewegt oder Material herangefahren. Bei diesen Arbeiten traten durch besonderen Einsatz hervor:

Der damalige Vorsitzende Heinrich Zons sowie Peter Reinhard, Heinz Blum, Karl Wisskirchen, Karl Vosen, Franz Meuser, Alois Steinacker, Josef Ramborn, Franz Haas, Johann Gerressen, Stefan Kröll, Heinrich und Johann Worringer, Hubert Hansen, Max Strupp, Jakob Schmitz und viele andere.

In einem Brief an Wilhelm Zons und Peter Beckmann, die sich noch in Gefangenschaft befanden, schrieb Hubert Hansen am 10. November 1947: „Die Aufstellung einer ersten Fußballmannschaft scheiterte bisher an Kleider- und Schuhfragen. Nun zu unserer Kernfrage: Wir haben keinen Sportplatz und haben deshalb mit dem Ausbau des Kieslochs begonnen...

Trotz der schweren Zeit, die kaum ein Aufatmen zulässt, besonders bei den Alten, geht der Bau zum Erstaunen der anderen rüstig vorwärts.“ Gegen Ende 1949 war aus dem Gelände, das seit fast 100 Jahren nur als „Brutstätte für Mücken und Ungeziefer und als Müllkippe diente“, endlich ein Sportplatz geworden.

Wenige Jahre später benutzte die Stadt das Gelände wie schon zuvor als Mülldeponie. Die schweren Laster zerpflügten den mühsam hergerichteten Platz. Der Verein musste auf das Gelände an der heutigen Behinderten Werkstatt an der Von Kettlerstraße ausweichen. Man muss gerechtigkeitshalber sagen, dass es anfangs, verglichen mit dem Kiesloch, ein mehr als guter Ersatz war.

Aber es währte nicht lange, da musste die Anlage wegen der Dhünnverlegung – etwa 1962 – aufgegeben werden, und der Verein wich für kurze Zeit auf den VFL-Platz an der Kurt-Ries-Halle aus. Nachdem man das Sportgelände an der Heinrich-Claes-Straße in Küppersteg fertig war, musste der Verein mit diesem Platz vorlieb nehmen. Er machte von dieser Möglichkeit nur unter Protest Gebrauch, denn die DJK TuS 1887 hatte nun im Gebiet des heutigen Bürrig keine Spielmöglichkeiten mehr. Dass sich unter diesen Umständen nicht Resignation unter den aktiven Sportlern breit machte, ist schon erstaunlich. Man muss bedenken, für Wintertraining und Innensport stand dem Verein lediglich die kleine Schulturnhalle Im Steinfeld zeitlich begrenzt zur Verfügung.

Im Jahre 1972 konnte der Verein endlich den Sportplatz an der Heinrich-Brüning-Straße übernehmen, für dessen Bau sich unsere Mitglieder Heinrich Zons und Heinrich Lützenkirchen eingesetzt hatten. Eine großzügige Spende der Bayer AG an die Stadt Leverkusen führte dazu, dass die Sporthalle gebaut und 1981 übergeben wurde.

Die Flutlichtanlage wurde am 16. März 1984 eingeweiht. Mit dieser Sportanlage, die auf Antrags des Vereins den Namen von Heinrich Lützenkirchen trägt, hat unser Verein endlich ausreichende Spiel- und Trainingsmöglichkeiten in günstiger Lage.

Neubeginn

Zurück zum Jahr 1947. Weil der Platz noch nicht bespielbar war, wurde die Teilnahme an der Fußballmeisterschaft 1947/48 abgesagt. Später war man gezwungen, auch die sogenannten Heimspiele auf dem Platz des jeweiligen Gegners auszutragen. Die Heimspiele der folgenden Saison wurden dann auf dem Platz an der Carl-Duisberg-Schule ausgetragen, den die Stadt mit dieser Einschränkung an den TuS 04 Leverkusen verpachtet hatte.

Die Monatsversammlung am 6. November 1947 musste wegen eines Stromausfalles ausfallen. Zwei Monate zuvor hatte man Heinrich Zons zum Vorsitzenden gewählt. Heinrich Weyer und Hans Nettesheim waren in der Zeit von 1947 bis 1954 zweite Vorsitzende.

Die Tennisabteilung mit Heinz Winter, Heinz Blum und Christian Keiler sowie die Schachabteilung mit Heinrich Richartz, Franz Vierkotten und Gottlieb Heuer u.a. starteten als erste und auch recht erfolgreich, obwohl das Fehlen von Tischtennisplatten und Schachbrettern anfangs Probleme bereitete. Die Schachabteilung galt im Schachverband als gefährlicher Gegner.

Franz Haas rackerte sich in aufopferungsvoller Weise ab, die Fußballjugendabteilung „in Gang zu bringen“. Er flickte Bälle und Schuhe, sorgte für saubere Trikots, besorgte Fahrgelegenheiten zu Auswärtsspielen, veranstaltete Freizeiten und Zeltlager. Die Weihnachtsfeiern für die Jugend wurden zu Hause beim Vorsitzenden Zons abgehalten.

Versammlungen fanden gelegentlich im Taubenschlag von Franz Haas statt. Um die Jugendabteilung kümmerten sich ferner Heinrich Richartz und Willi Müller.

Die Mitgliederzahl des Vereins stieg stetig:L Begann man Ende 1946 mit 25 Altmitgliedern, so arbeiteten Ende 1947 über 110 Sportler mit, davon etwa 60 Schüler und Jugendliche, und im Laufe des Jahres 1948 erreichte der Mitgliederbestand bereits 150.

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